Marinemuseum Dänholm

Herzlich willkommen!


Ein bedeutsamer Anruf

 

Ein Jahr war das Marinemuseum Dänholm alt. Viel war bereits geschafft und schon etliche Besucher hatten sich davon überzeugen können. Langsam sprach sich seine Existenz auch in Fachkreisen herum. Man gewöhnte sich an die vielen Telefonate, Briefe und Besuche interessierter Menschen aus allen Gegenden unseres Landes. Es wurden normale Arbeitstage.

 

Eines Morgens im Frühjahr 1993 klingelte das Telefon und dann kam ein Angebot. „Hier die Bootswerft Ramin aus Barth, Ihr sammelt doch Dinge der verschiedenen Marinen, ich habe hier ein interessantes Wrack, kommt doch mal vorbei!“. So ungefähr lautete der Anruf.

Wir fuhren nach Barth und trafen den Besitzer Herrn Ramin und fanden sofort den richtigen Ton. Er zeigte uns ein ehemaliges Holzboot, dass sich in einem schlimmen Zustand befand. Er fragte, was das wohl sei. Die Frage konnten wir nicht beantworten und er half uns auf die Sprünge.

Es handelte sich um das Wrack eines Minenräumgerätes aus der Zeit des zweiten Weltkrieges. Als er dann den Codenamen dieses Gerätes nannte, dämmerte es bei uns.

Es handelte sich um die sogenannte „Seekuh“. Ein Gerät, das in den dreißiger Jahren entwickelt und bis in den 2. Weltkrieg hinein, zum räumen von Fernzündungsminen genutzt wurde.

Da im Krieg der Verbrauch dieser Geräte beträchtlich und die Kosten zu hoch waren, suchte man nach einer neuen Möglichkeit und entwickelte den auch in unserem Museum zu sehenden Hohlstab, der nach dem gleichen Prinzip arbeitet aber billiger war.

Nun erzählte uns Herr Ramin die Geschichte des Wracks vor unseren Füßen. Es wurde zusammen mit den anderen Fernräumgeräten (FRG) diees Typs im Krieg außer Dienst gestellt und blieb danach unbeachtet liegen. Nach dem Kriegsende wurde es zu einem Fischerboot umgebaut und sehr lange genutzt. Nachdem es unbrauchbar wurde, lag es längere Zeit auf Slip um dann nach der Wende an einen jungen Mann verkauft zu werden. In der Absicht es in Barth zu einem Sportboot umbauen zu lassen, verlegte er es dahin. Doch persönliche Dinge machten es ihm unmöglich sein Vorhaben auszuführen und so bat er die Werft das Boot an den Mann zu bringen.

 

So kamen wir zu der „Seekuh“.

 

Erste Recherchen ergaben, dass es keinerlei Dokumente, Beschreibungen und Nachweise zu diesem Gerät mehr gab. Nur die Werft, die es einmal umgebaut hatte ließ sich ermitteln. Sie war gar nicht weit. Eine Bootswerft in Freest bei Wolgast hatte die „Seekuh“ gebaut. Wir forschten nach und fanden den Sohn des damaligen Werftbesitzers, der zu unserem Glück sogar als Lehrling an solchen Booten gebaut hatte. Wir setzten uns mit ihm in Verbindung und er kam. Nun konnten wir mit viel Elan, Spendengeldern und guten Bootsbauern als Helfer, den alten Zustand, nach der Erinnerung des nun schon betagten Bootsbauers, herrichten. Nach einem Jahr unermüdlicher Arbeit stand ein Schmückstück auf unserem Hof.

Es ist unseres Wissens nach die einzige „Seekuh“ die noch im Original existiert.

Darauf sind wir stolz und danken allen die uns geholfen haben, dieses Minensuchgerät für die Zukunft zu erhalten.

 

                                     

 

Anlieferung und Aufstellung am letzten Liegeplatz

 

 

Die "Seekuh" nach der Anlieferung und 1994 im rekonstruierten Zustand

 

 

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