Marinemuseum Dänholm

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Projekt 131 - Kleines Torpedoschnellboot

Einige Daten:

Deplacement: 28 t
Länge: 18,9 m
Breite: 4,5 m
Tiefgang: 1,7 m
Geschwindigkeit: 48 sm/h (3 Dieselmotoren M50F je 2647 kW)

Besatzung: 5 Mann

Bewaffnung:

1 x 23 mm Doppellafette
2 x Torpedorohr 533 mm
Minen UDM

Informationen zum Projekt:

Eigentlich dachte man in der Volksmarine eher an die Entwicklung eines leichten Tragflügel-Torpedo-Schnellbootes. Da aber die UdSSR eine Mitarbeit ablehnte wurde das Projekt abgebrochen und man ging zur Entwicklung eines Gleitbootes über. Dieses sollte die wesentlichen Eigenschaften der im Flottendienst befindlichen LTS-Boote der Projekte 63 und 68 vereinen.

Nach dem Bau von drei Versuchsbooten erfolgte die Serienfertigung des Aluminiumbootskörpers auf der Schiffswerft Rechlin. Zum Endausbau wurden die Boote auf der Straße nach Wolgast zur Peenewerft überführt.

Die beiden Torpedorohre waren in den Bootskörper eingelassen und nur im hinteren Teil über der Wasserlinie kurz sichtbar. Der Ausstoß des Torpedos erfolgte nach achtern mit dem Gefechtskopf nach vorn.
Die beiderseits des Deckshauses angebrachten Minenbehälter (Mine UDM) konnten abgebaut werden und das Boot so zur Transportvariante umgerüstet werden (je eine Sitzreihe mit festem Schanzkleid und Persenning).

Die Zwillingsflak wurde von den LSK übernommen und modifiziert sowie mit einem Spritzwasserschutz versehen.

Der Einsatz war im Küstenvorfeld vorgesehen. Die Boote konnten aber selbstständig auch in entfernte Stützpunkte verlegen.

Wegen der hohen Beanspruchung des Schiffskörpers waren zunächst nur 500 Einsatzstunden vorgesehen. Das wurde später auf 750 Stunden erhöht.

 

Das ausgestellte Boot mit der Baunummer 131.408 wurde am 05.08.1975 zunächst mit der Bordnumer 997 in Dienst gestellt. Später mit der Bornummer 924 versehen, war es bis zum 31.05.1990 im Bestand der 6. Flottille.

 

Boote und Verbleib

Insgesamt wurden 34 Boote gebaut. Die Boote mit den Baunummern 131.1 bis 131.3 waren von Anbeginn Versuchsboote, während das eigentlich erste Serienschiff nachträglich zum Versuchsboot (wegen seiner Mängel) gemacht wurde und die Baunr. 131.4 erhielt.

Alle Boote erhielten keine Namen. 

Die eigentlichen Serienboote erhielten die Baunummern 131.401 bis 131.430. Das erste Serienboot wurde am 20.12.1974 in Dienst gestellt, die drei letzten gemeinsam am 31.03.1977.


Die Außerdiensstellung begann am 01.07.1984 mit 16 Booten. Weitere 11 Boote wurden im Mai und Juli 1989 außer Dienst gestellt. Die Baunummern 131.408 und 131.410 wurden am 31.05.1990 außer Dienst gestellt. Damit war die Ära der KTS-Boote beendet.
Das Boot mit der Baunummer 131.421 hatte Jahr 1986 vor Hiddensee eine Kollision mit einem Kleinen Raketenschiff vom Projekt 1241 RÄ und sank. Dabei kam ein Besatzungsmitglied des KTS-Bootes ums Leben. Nach der Bergung wurde das Boot am 30.06.1986 außer Dienst gestellt.

Alle Boote wurden verschrottet mit folgenden Außnahmen:

Baunummer 131.408 -  Marinemuseum Stralsund-Dänholm

Baunummer 131.410 - Wissenschaftliches Institut für Schifffahrts- und Marinegeschichte Hamburg (auch bekannt als Museum Tamm, inzwischen seit 2008 am neuen Standort Rechlin )


Baunummer 131.423 - zunächst im Außenbereich Traditionsschiff "Typ Frieden" Rostock, wegen Umgestaltung des Geländes durch IGA abgegeben zum Deutschen Marinemuseum Wilhelmshaven

Baunummer 131.422 - Armeemuseum Dresden

Quellen:

Die Seestreitkräfte der DDR, Hans Mehl/Knut Schäfer; Marinekalender der DDR; Schiffe und Boote, Manfred Rösberg; Im Seegang der Zeit, Robert Rosentreter; Archiv des Autors; Info M.Thiel, Info R. Bock; Forum der 6. Flottille

 

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