Marinemuseum Dänholm

Herzlich willkommen!


Der Kampf um das Museum

Im Jahr 2007 zeichnete sich ab, dass das Museum eventuell geschlossen werden sollte. Die Stadt Straslund wollte Geld sparen - für uns als Förderverein an der falschen Stelle.  Umfangreiche Bemühungen des Fördervereins gepaart mit der Unterstützung einer breiten Öffentlichkeit konnten einen vollständige Schließung verhindern.

Diese Seite soll die Chronologie der Geschichte in Erinnerung halten. 

Fast "pünktlich" zum 15.Geburtstag des Museums gab es die ersten Anzeichen für die Probleme, die auf das Museum zukamen. Lesen Sie selbst (vom 24.07.07): 

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Schon im Dezember 2007 regte sich öffentlich Wiederstand:

DMB-Landesverband positioniert sich

Hol nieder Flagge?
 
Am 09. Dezember 2007 konnte man aus der Stralsunder Wochenzeitung entnehmen: „ ... wer noch einmal das Marinemuseum besuchen möchte, hat dazu bis zum 30. Dezember, 16 Uhr Gelegenheit. Ab 1. Januar bleibt die seit 15 Jahren bestehende Museumsaußenstelle auf Beschluss der Bürgerschaft bis auf Weiteres geschlossen.“ Grund ist die Finanzlage der Stadt Stralsund, die sich tragisch auf die Darstellung der Militärgeschichte der Stadt auswirkt, die eng mit den deutschen Marinen in ihren Epochen verbunden ist.
1991 entschloss sich die Stadt im Rahmen der Neuorientierung im Kulturhistorischen Museum die Militärgeschichte der Stadt näher zu erforschen und darzustellen. Dazu bot sich der traditionsreiche Dänholm an. Initiatoren fanden sich schnell und so entstand auf dem Dänholm, als Teil des Kulturhistorischen Museums, eine Stätte der Militärgeschichte die sich heute Marinemuseum Dänholm nennt. Es gründete sich ein Förderverein, der in kürzester Zeit auf sehr viele Mitglieder bauen konnte und 1992 nach nur 6-monatiger Aufbauzeit, die erste geschlossene Ausstellung vorstellte.
Die geschichtliche Bandbreite beginnt mit dem Ende der Schwedenzeit in schwedisch Vorpommern, sie untersucht die erstmalige Gründung einer Flotte 1815 in Stralsund, führt weiter die Jahre um 1848 und als herausragendes Projekt, den Bau des ersten Marinehafens auf dem Dänholm. Die Ausstellung wird weitergeführt mit dem Bau und der Übergabe des ersten Ruderkanonenbootes an die Reichsmarine.
Sehr gut hervorgehoben wird die Schaffung der Reichsmarine der Weimarer Republik, die Übernahme in die Kriegsmarine und deren Ende 1945 ebenso aussagekräftig ist, wie die Entwicklung von maritimen Einheiten nach dem II. Weltkrieg in Stralsund und Umgebung sowie nach der Wende 1990 die Schaffung der Marinetechnikschule Parow als Bestandteil der Entwicklung deutscher Marinestreitkräfte.
 
Die Expositionen werden als eine Mischung von museumsspezifische Dokumentation marinehistorischer Vergangenheit und als technisch-typologische Reminiszenz profiliert.
Ergänzt werden diese durch Sachausstellungen zu Fragen der Uniformentwicklung, der Schiffskräfte der einzelnen deutschen Flotten, Unterwasserarchäologie, Hydrografie und Marinefliegerkräfte in Stralsund. Es wurden nicht alltägliche Exponate gesammelt und zur visuellen Darstellung der geschichtlichen Ereignisse hervorragend eingebaut.
Insgesamt hat sich ein solides, interessant gestaltetes Museum entwickelt, dass jährlich Tausende Besucher anzieht und sich durch die enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Marinevereinen noch attraktiver gestaltet hat.
Die Verbindung, Geschichte der Stadt - Marinemuseum Dänholm und die Besucherakzeptanz ist nachhaltig. Es wäre wünschenswert, dass die Stadt Stralsund alles unternimmt, um das Museum zu erhalten. Wir rufen alle mit der Seefahrt Verbundene, aktive und ehemalige Marineangehörige sowie historisch Interessierte auf, für den Erhalt des Museums einzutreten.
 
Stellungnahmen bzw. Meinungen unter: www.marinemuseum-daenholm.de.
Marinekameradschaften können auf Voranmeldung das Museum bis 30. April besuchen.
 
Der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern
Mitglied im Deutschen Marinebund e.V.
Klaus Knetsch
 
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Auch der Förderverein des Marinemuseums tat seinem Unmut öffentlich kund:

 

Wer rettet das Marinemuseum?         
Am 30. Dezember öffnet die Ausstellung auf dem Dänholm vorläufig zum letzten Mal für die Besucher. Beim Förderverein ist man ratlos, vor allem aber empört.
Stralsund Klaus Trepping ist empört. Seit 1991 hat der heute 70-Jährige sich für das Marinemuseum aufgeopfert, mit der Eröffnung im Sommer 1992 für Stralsund etwas Einzigartiges vollbracht. „Es ist unerhört, wie die Stadt mit den Leuten umgeht, die ehrenamtlich für sie arbeiten. Sie wirft das Geschaffene einfach weg und gibt uns nichteinmal ordentlich die Hand.“ Warum der Vorsitzende des Fördervereins Marinemuseum so aufgebracht ist, hat einen schwerwiegenden Grund. Die Ausstellung auf dem Dänholm öffnet am 30. Dezember vorerst zum letzten Mal. Dann ist mindestens bis Ende April Schluss. Nach den Worten von Dr. Andreas Grüger, Direktor des Kulturhistorischen Museums, dem das Marinemuseum angeschlossen ist, sogar auf unbestimmte Zeit. Eine Situation, die für beide Männer unfassbar ist.
 
Hintergrund: Das Marinemuseum hat bislang etwa 72 000 Euro jährlich aus dem Stadthaushalt bekommen. Eine Summe, die jetzt – wegen des Sparzwangs – wegfällt. Das Geld wurde fast ausschließlich dafür verwendet, um einen Wachdienst zu bezahlen, der sich um die Eintrittsgelder kümmerte. Denn festangestelltes Personal gibt es in dem Museum nicht, lediglich eine Handvoll Frauen und Männer, die ihr Geld von der Agentur für Arbeit erhalten. „Und ein ABM-er darf mit den Eintrittsgeldern nichts zu tun haben“, erklärt Trepping. Die betrugen im zu Ende gehenden Jahr bei knapp 10 000 Besuchern immerhin rund 50 000 Euro, schätzt der Museumschef. Eine Summe, die in die Kasse der Stadt fließt. Damit blieben lediglich 22 000 Euro übrig, die den kommunalen Haushalt belasten würden, rechnet er vor. Und wenn im Rathaus genehmigt worden wäre, einen Container am Eingang zur Freifläche auf der Sternenschanze als Kassenhäuschen zu betreiben, hätte man auch von den vielen Besuchern Eintritt verlangen können, die das feste Gebäude des Museums gar nicht betreten haben. Der Container steht übrigens bereits, ist sozusagen ein Geschenk des Fördervereins an die Stadt anlässlich des 15-jährigen Bestehens des Marinemuseums im Sommer 2007.

Für Klaus Trepping sind diese Probleme eigentlich lösbar. Was ihn am meisten ärgert ist die Tatsache, „dass mit mir keiner redet“. Er habe aus der Zeitung erfahren, dass das Marinemuseum vom 1. Januar 2008 an geschlossen bleiben soll. Der Vorsitzende des Kulturausschusses der Bürgerschaft habe das Museum zwar besucht, wollte das gesamte Gremium auch zu seiner Sitzung auf dem Dänholm einladen. Das sei aber nie geschehen.

 

 

Fragt man Trepping, wie es jetzt weitergehen soll, zuckt er mit den Schultern. Eigentümer sei schließlich die Stadt. Fest stehe jedoch, dass die ABM-er bis Frühjahr bzw. Sommer noch da sind. Außerdem bietet der Förderverein nach Anmeldung Gruppenführungen an. Die Einnahmen daraus werde man dafür verwenden, dass es im Frühjahr wieder geregelte Öffnungszeiten gibt. Denn ans Aufgeben denkt Trepping nicht. Schließlich gilt der Dänholm als die Wiege der deutschen Marine. Und ohne die wäre Stralsund nicht das geworden, was es heute ist. Nur müsse man sich darüber auch im Rathaus klar werden.

 

Dort gibt es offenbar noch keine Strategie für die Zukunft des Museums. Auf Anfrage der OZ teilte die Pressestelle gestern mit, dass die vorläufige Schließung ein trauriges Ergebnis der Sparpolitik sei. Niemand sei mit der Situation zufrieden. Es werde aber mit verschiedenen Partnern an Lösungen gearbeitet. Um wen es sich dabei handelt, wurde nicht mitgeteilt. Auch nicht, wie und wann eine Lösung greifen könnte. Auf die Idee, mit dem Förderverein Kontakt aufzunehmen, scheint aber wirklich noch niemand gekommen zu sein.    JENS-PETER WOLDT

Ostseezeitung vom 21.12.07

 

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  Öffentliche Reaktionen

Die vorrübergehende Schließung des Museums ist in der Öffentlichkeit nicht unbemerkt geblieben und es tat sich auch etwas. Vielfältig waren die Reaktionen aus nah und Fern. 

 

 

 

 

 

 

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Im Februar 2008 war dann auch die Zeit gekommen, dass es erste ernsthafte Hinweise für eine Saisonöffnung des Museums gab.

Aber erst im April 2008 war dann entgültig klar, dass das Museum auch wirklich zum 01. Mai wieder eröffnet wird. Der Förderverein hatte trotz der Pläne der Stadt Stralsund das ganze Winterhalbjahr die Arbeit im Museum fortgesetzt und so die Wiedereröffnung möglich gemacht. Wir bedanken uns ausdrücklich für die zahlreiche Unterstützung aus dem In- und Ausland beim Kampf um den Erhalt des Museums.