Marinemuseum Dänholm

Herzlich willkommen!


Episoden aus unserem Marinemuseum

 

Wie das Marinemuseum zu seinem Marinehubschrauber kam!

 

Wer den  Hof des  Marinemuseums Dänholm betritt, dessen Blick wird direkt auf einen imposanten blauen Hubschrauber treffen. Es ist ein Hubschrauber des Typs „Mi- 8 TB“.

 

Dieser Hubschrauber ist in seiner Erscheinung schon ein Stück deutscher Geschichte.

 

Entwickelt und gebaut in der ehemaligen Sowjetunion. Geflogen als Marinehubschrauber der Volksmarine in der DDR und noch vier weitere Jahre für die Bundesmarine. Stationiert waren die Hubschraubereinheit in Parow. Heute gibt der Hubschrauber mit seinem letzten Outfit, der Beschriftung der heutigen Marine auf blauem Untergrund, so manchem Besucher ein Rätsel auf. Für unser Museum ist es ein Hingucker geworden!

 

Fragt man heute danach, wie dieses Exponat in unsere Sammlung gekommen ist, so kann man mit leichtem Lächeln und einem Augenzwinkern, vom Museumsführer folgende Geschichte erfahren:

 

„Im Jahre 1994 war es dann soweit, die bisher aus der Volksmarine übernommene Marinehubschraubereinheit, die in Parow verblieben war, sollte ihre letzten Flüge absolvieren und dann aufgelöst werden.

 

Bisher hatten die Hubschrauber noch viele Flugstunden standhaft durchgehalten und auch so manchen Berufssoldaten, der seine Heimat in Kiel oder anderen Marinestandorten zeitweilig verlassen hatte, brav nachhause und zurück zum Dienst transportiert.

 

Nun war die Zeit dieser „fleißigen Maschinen“ abgelaufen!

 

Gerade zu der Zeit ergab es sich, dass der Bundesverteidigungsminister Volker Rühe in Stralsund weilte und sogar einmal die Zeit fand, diese interessante und schöne Hansestadt zu besichtigen. Als kompetenter Fremdenführer zeigte ihm der Direktor des Kulturhistorischen Museums die Besonderheiten unserer Stadt. Natürlich entwickelte sich auch ein persönliches Gespräch zwischen beiden Männern und so erfuhr der Minister auch vom Marinemuseum auf dem Dänholm. Leider war der Tagesplan zu eng für eine Erweiterung der stattfindenden Besichtigung, doch fragte er, ob er denn etwas helfen könne. Die Antwort kam sofort mit der Bemerkung, dass einer der zur Zeit abgerüsteten Hubschrauber doch gut in das Museum passen würde. Der Minister sah darin kein Problem und bestätigte wohl diesen Vorschlag. Irgendwie muss dann auch noch ein „Journalist“ in der Nähe gewesen sein, denn am nächsten Tag stand in der Zeitung, „Minister Rühe schenkt Stralsund einen Marinehubschrauber“. Nun hatte die Marine Handlungsbedarf. Es war nämlich nicht so einfach, solch einen sperrigen Gegenstand über Land in die Sternschanze auf dem Dänholm zu bekommen. Die Fachleute der Marine überlegten sehr lange und wogen die Risiken mehrfach ab. Man entschloss sich zum letzten Flug des vorletzten Hubschraubers von Parow zum Dänholm. Es wurde gemessen, gerechnet und getüftelt und die Zeit verging. Ende Oktober war es dann soweit.

 

Der Platz zwischen den beiden Museumshäusern Block 10 und 12 sollte der Landeplatz  werden. So leicht war das nicht, denn mitten auf dem Hof befindet sich ein über 7 Meter tiefer Brunnen, die Häuser stehen sehr eng beieinander und es könnten gefährliche Situationen entstehen. Außerdem stehen ringsum viele hochgewachsene Bäume, die ebenfalls die Bewegungsfreiheit erheblich einschränken.

 

Doch die Aufgabe bestand - BASTA!

 

Wir bereiteten auf alle Fälle den Landeplatz, nach Angaben der Fachleute, für eine Landung vor.  Am 29.11.1994 erhielten wir einen Anruf. Man teilte uns mit, dass noch einmal ein Probeflug erfolgen soll. „Sehen Sie sich das doch an!“ lautete der letzte Hinweis. Die Arbeit wurde eingestellt und es dauerte nicht lange bis Motorengeräusche zu hören waren und immer näher kamen. Dann tauchte ein Hubschrauber hinter unseren Bäumen auf und drehte seine Runden. Er ging tiefer und tiefer, dann senkte er sich langsam auf den vorbreiteten Landeplatz zwischen unseren Häusern ab. Noch einige Propellerumdrehungen und er stand vor uns.

 

Es waren zwar keine Dachziegel von den Häusern gefallen, doch das noch nicht geborgene Herbstlaub lag nun nicht mehr im Hof, sondern verdunkelte den Himmel über unserer Sternschanze. Mit Hallo und herzlichen Glückwünschen wurden die Flieger begrüßt. Dann meldete der Kommandeur der Einheit, der den Hubschrauber auch hergeflogen hatte, die Erfüllung der Aufgabe über Telefon und bat um Abholung der Besatzung.

 

Damit hatte nun das Marinemuseum ein geschichtsträchtiges Ausstellungsstück für die Nachwelt erhalten und die Hubschraubereinheit ihre Aufgabe mit Bravour erfüllt.

 

Es war für alle Beteiligte ein unvergessliches Erlebnis!

 

Bis zum zwanzigsten Jahrestag unseres Museums hat sich die Verbindung mit den Akteuren dieser Übergabe erhalten.

 

                                                                                                                                   Klaus Trepping

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